Landgasthaus Echtzer Hof: Rustikal, gemütlich und gesellig

Die Gastronomenfamilie Reuter betreibt seit einem halben Jahr den Landgasthaus Echtzer Hof. Sie setzten auf Tanztees, Konzerte und Feste.
Walter und Roswitha Reuter betreiben den Echtzer Hof, wie zuvor schon den Franziskaner in Düren, gemeinsam mit ihrer Tocher Anne Vieth. Foto: Janou Müller-Beuermann
Walter und Roswitha Reuter betreiben den Echtzer Hof, wie zuvor schon den Franziskaner in Düren, gemeinsam mit ihrer Tocher Anne Vieth. Foto: Janou Müller-Beuermann

Walter Reuter ist Gastronom durch und durch. Bekannt ist er in Düren nicht zuletzt deshalb, weil er viele Jahre lang Pächter der Traditionswirtschaft Zum Franziskaner war. Die war beliebt bei Jung und Alt. Vor allem die Brauhaus Nächte waren legendär: Wen es am Wochenende zu Schlagermusik und Oldies in den Gasthof drängte, brauchte schon viel Geduld. Denn vor allem nach den Corona-Lockdowns harrten Trauben von Menschen noch spätabends vor dem Wirtshaus, die aufgrund des Ansturmes nicht auf Anhieb Eintritt fanden. Ende 2021 war plötzlich Schluss damit. Der Pachtvertrag wurde nicht verlängert. Walter und seine Frau Roswitha Reuter mussten wohl oder übel raus. Und fanden ein neues Zuhause in eher ländlicher Idylle.

Am 11.11.2022 feierten sie die rauschende Neueröffnung des Echtzer Hofes, den sie - wie schon zuvor den Franziskaner - mit Tochter Anne Vieth betreiben. Sie kann sich auf die Unterstützung der Eltern absolut verlassen: ,,Wir helfen ihr, den Laden in Schwung zu bringen", sagen ihre Mutter und ihr Vater. Angenommen im Ort wurden die Reuters jedenfalls mit Kusshand. ,,So sehr, dass wir uns bereits nach zwei oder drei Wochen vollkommen heimisch gefühlt haben", betont das Ehepaar. „Die Echtzer sind froh, mit uns nach langer Durststrecke endlich wieder erfahrene Wirtsleute im Ort zu haben", ist Walter Reuter überzeugt.

„Unser Brauhauskonzept kommt jedenfalls wunderbar an", hat er festgestellt. „Meine Frau und Tochter bringen mit Schnitzel, Burger, Steak, Flammkuchen, Pizza oder donnerstags Reibekuchen rustikale, gutbürgerliche Hausmannskost auf die Teller. Getränke technisch servieren wir unser kühles Bier gerne auch mal im Kranz und im Meter oder stellen ein Fässchen auf den Tisch - und schalten ab 22 Uhr die bunten Lichter an.

Auch mitten in der Woche wird es spät

Dann geht es über zum gemütlichen Teil des Tages, und dann wird es oft ein Uhr nachts oder sogar später. „Die Gäste sind hier fast noch standfester als in der Stadt - oft sogar auch mitten in der Woche -, was uns auf positive Weise überrascht hat", sagt Walter Reuter. Er ist an solchen Abenden immer mitten drin im Geschehen, ,,badet" sozusagen in seiner Gästeschar, die auch schon mal zum Schocken (Würfeln) kommt, oder zum Kartenspielen oder einfach nur zum Reden. Reuter ist dann Teil des Ganzen - und liebt es. ,,Ich bin Gastronom aus Leidenschaft“, sagt der gelernte Tischlermeister, in seiner ruhigen, gelassenen Art. Musiker ist er obendrein, spielt Schlagzeug und singt. ,,Mittlerweile lasse ich aber nur noch die anderen ans Werk", sagt er mit einem Schmunzeln.

Die anderen? Das sind zum Beispiel das Duo Jürgen Körfer, die sonntags seit Mitte Mai für Stimmung sorgen, wenn der Echtzer Hof zwischen 15 und 18 Uhr zu Hits und Evergreens zum Tanztee bittet - klassisch mit Kuchen. Und auch mit Kaffee. „Zu unseren Zeiten in der Stadtpark-Gastronomie in Düren war unser Tanztee ein Bombenerfolg", erinnert sich Walter Reuter. „An diese Zeiten versuchen wir nun wieder anzuknüpfen." Am 8. September gehört dann den Kings of Glam die Bühne des Echtzer Hofs, die hier, ganz anders als das Duo Körfer, Rock vom Feinsten bieten. Auf bajuwarische Noten setzt kaum eine Woche später das Alpentrio Colonia beim Oktoberfest-Gaudi am 16. September zu Schweinshaxn und Brezn. Irish Folk von Dancing Willow gibt es am 4. November zu Fish & Chips. Und einen Tag vor dem Heiligen Abend steigt die erste Brauhaus Nacht im Echtzer Hof, jenes Veranstaltungsformat, das bereits zu Zeiten des Franziskaners auf lebhaftes Interesse unter der Kundschaft stieß.

Was beweist: Familie Reuter mag es musikalisch nicht nur abwechslungsreich und breitgefächert, sondern hat auch viele Ideen, wie sie Gästen ihren Echtzer Hof, der mittwochs bis samstags ab 17 Uhr und sonntags ab 11 Uhr geöffnet ist, schmackhaft machen möchte. An Platz mangelt es ihr hier übrigens auch nicht. Denn neben der klassischen Gaststube verfügt der Echtzer Hof noch über einen Saal, der 300 bis 400 Gästen Platz für Feiern aller Art bietet. Hinzu kommen zwei Kegelbahnen (die fast immer parallel belegt sind), mehrere Hotelzimmer und ein großzügiger, grüner Biergarten mit 80 Sitzplätzen unter einer hellen, viel Schatten spendenden Markise.

„Es ist eigentlich ein Paradies, das wir vorgefunden haben", beschreibt Walter Reuter die Liegenschaft mitten im Ort. Das Outdoor-Geschehen wird hier allerdings wohl erst zum Sommer hin in Betrieb genommen werden können. Derzeit wartet Familie Reuter noch auf die Genehmigung. Wenn aber der Startschuss endlich gefallen sein wird, sollen Gäste sogar eine Bike-Station vorfinden, an der Fahrradausflügler bei einer Verschnaufpause ihre E-Drahtesel mit neuer Energie „füttern" können. Soll doch keiner sagen, dass hier jemand - oder etwas - hungrig, geschweige denn durstig nach Hause gehen muss.